NAX Report 01/15: Als NAX-Repräsentantin in China aktiv

Dipl.-Geogr. Dr. Annette Erpenstein unterstützt das Netzwerk Architekturexport in China

Dipl.-Geogr. Dr. Annette Erpenstein
Fotostudio ThD

Dipl.-Geogr. Dr. Annette Erpenstein unterstützt als NAXNAX Netzwerk Architekturexport-Repräsentantin das Netzwerk Architekturexport, zuerst in Südkorea und den USA, jetzt in China, wo sie seit einem Jahr lebt.

Auf unsere Frage, wie sie diese Aufgabe (in China) mit Leben füllt, antwortet sie: In einem Land wie China ist es schwieriger einen Überblick zu bekommen als in einem kleineren Land wie Südkorea oder in den USA, wo es kaum sprachliche Barrieren gibt. Für den ersten Einstieg und Orientierung in China war die NAX-Länderinformation sehr hilfreich. Vor Ort sind die existierenden deutschen und internationalen Organisationen immer ein guter Anlaufpunkt, dazu zählen die Botschaften, Handelskammern und Interessensverbände. Der DAAD und das Goethe Institut können hilfreiche Kontakte und Informationen zu Universitäten und Kulturschaffenden herstellen. Die in China angesiedelten deutschen Stiftungen sind zum Teil ebenfalls im Bereich Architektur und Städtebau aktiv. Darüber hinaus findet man in China auch Fachorganisationen wie z.B. Stadtkultur International, die sich dem chinesisch-deutschen Kulturaustausch mit Schwerpunkt Architektur und Städtebau widmen und eine Reihe deutscher Stadtplaner, Architekten, Landschaftsarchitekten und Fachingenieure, die sich den enormen Herausforderungen in diesem Land stellen.

Ähnlich wie die vorgenannten Erfahrungen der NAX-Paten ISA Internationales Stadtbauatelier und RS associated architects GmbH kann auch Frau Dr. Erpenstein bestätigen, dass die Themen Urbanisierung und Nachhaltigkeit zunehmend an Gewicht gewinnen. Veranstaltungen, die sich mit Verstädterung, Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion, Smart-Cities uvm. beschäftigen, werden – besonders wenn sie in deutsch-chinesischer Kooperation mit z.B. der GIZ, AHKAHK Auslandshandelskammer und den Stiftungen / Verbänden stattfinden – mit großem Interesse aufgenommen und verfolgt.
Viele der Projekte und Veranstaltungen finden direkt in den Regionen statt, die von der chinesischen Regierung gefördert werden wie z.Z. die Stadt Shenyang im Nordosten Chinas; eine ehemalige Region der Schwerindustrie. Drüber hinaus widmen sich Fachmessen wie die Clean Energy Expo China 2015 (1.-3. April 2015 in Zusammenarbeit mit der Kölnmesse) stattfindet, der Präsentation, Information und dem Netzwerk von Firmen und Experten.

In diesem Zusammenhang sei auch auf Christian Geinitz, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der seit 2009 in China tätig ist, verwiesen: „Das Wirtschaftswachstum der Zukunft findet vor allem in den Städten der Schwellenländer statt. Weltweit das größte Potential dafür bietet China. Es gibt hier einen natürlichen Zuzug in die urbanen Zentren, der noch verstärkt wird durch die Urbanisierungspolitik der Regierung. 242 der 600 dynamischsten Städte auf dem Planeten liegen im Reich der Mitte. Zwischen 2010 und 2025 werden sie 28% zum Wachstum der gesamten Weltwirtschaft beisteuern. Es ist also nicht übertrieben zu sagen, dass fast ein Drittel der weltweiten Zukunftsschätze in der Verstädterung der Volksrepublik verborgen liegen. (…) Ausländische Unternehmen können davon kräftig profitieren, etwa Gebäude- und Flughafenausrüster oder Architekturbüros. (…) Große Chancen schlummern in der Energie- und Umweltwirtschaft. Beschleunigt durch den Schock der schlechtesten Luftwerte aller Zeiten im Januar 2013 will Chinas Regierung der „grünen Wirtschaft“ die größte Entwicklungsspritze verpassen, die es je gab. (…) bis 2017 jedes Jahr 150 Milliarden Dollar in den Umweltschutz zu stecken. (…) Ausdrücklich luden Vize-Premier Zhang Gaoli und Planungsminister Xu die europäischen Unternehmen ein, die Verstädterung und die Grüne Wirtschaft in China voranzutreiben.“  (vgl. Christian Geinitz, Chinas verborgene Schätze, 2013, S. 204 ff. )

 

Seitenanfang