NAX Report 03/15: NAX PARTNER: GEZE

Barrierefreies Bauen– Normenunterschiede in Deutschland und in Frankreich

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In einem internationalen Kontext ist der Zugang zu Normen und Richtlinien nicht immer selbstverständlich. Oftmals sind sie nur in der Landessprache verfügbar. Ähnlich wie in Deutschland mit der DINDIN Deutsches Institut für Normung 18040 Teil 1 und 2 werden auch in Frankreich die Bestimmungen über Barrierefreiheit für Wohn- und öffentlich zugängliche Gebäude in eigenständigen Verordnungen behandelt. Grundsätzlich gilt das französische Gesetz zur Chancengleichheit (Loi n° 2005-102, Art. 41).

Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden ist gemäß Artikel R. 123-2 der Bau- und Wohnungsbauvorschriften definiert (Code de la construction et de l’habitation). Gebäudeteile oder Räume, die als Arbeitsstätten genutzt werden, unterliegen den im französischen Arbeitsgesetzbuch (Code de travail) verankerten Richtlinien für Barrierefreiheit.

Bei Wohngebäuden gibt es eine Unterscheidung in Mehrwohnungs- und Individualbauten, jeweils mit kollektiv genutzten Einrichtungen. Bei der barrierefreien Ausstattung von Bestandsbauten sind bei den kollektiv genutzten Einrichtungen die gleichen Regeln wie bei Neubauten anzuwenden.

Die unterschiedlichen vom französischen Wohnungsbauministerium und dem Ministerium zur Integration von Menschen mit Behinderungen erlassenen Gesetzesverordnungen zum Barrierefreien Bauen gelten einzeln für:

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Wie in Deutschland muss in Frankreich die Durchgangsbreite der Haupteingangstür eines öffentlich zugänglichen Gebäudes, das von weniger als 100 Personen genutzt wird, mindestens 900 Millimeter sein. Werden entsprechende Gebäude von mehr als 100 Personen genutzt, so müssen die Haupteingangstüren mindestens 1400 Millimeter breit sein. Bei mehrflügeligen Türen muss die minimale Flügelbreite 900 Millimeter betragen. Auf beiden Türseiten muss genügend Bewegungsfläche zur Verfügung stehen. Türdrücker oder ähnliches müssen aus einer Distanz von maximal 400 Millimetern erreicht werden können.

Die Bedienkraft zum Öffnen einer Tür darf in Frankreich sowohl in öffentlich zugänglichen als auch in Wohngebäuden bei einer Türöffnungsweite von 400 Millimetern (gemessen ab dem Türgriff) 50 Newton nicht überscheiten – unabhängig davon, ob es sich um eine manuelle oder automatische Tür handelt. Genauso wie in Deutschland muss bei automatischen Türen die Öffnungsdauer an die Zeit angepasst sein, die mobil eingeschränkte Menschen für die Passage benötigen. Von den Türsensoren müssen Menschen jeder Größe erfasst werden können. Die Entriegelung automatischer Türen muss akustisch und optisch signalisiert werden.

Weitere Details zu Maßen, der Erreichbarkeit und der Nutzung von Türen sind in den Gesetzesverordnungen geregelt. Bei den in der „Verordnung vom 01. August 2006“ (Arrêté du 1er août 2006) vom französischen Wohnungsbauministerium festgelegten Verpflichtungen handelt sich jeweils um Mindestanforderungen. Abhängig von der Nutzergruppe und deren spezifischen Bedürfnissen können auch weitergehende Maßnahmen erforderlich sein. Es ist daher empfehlenswert, frühzeitig Vertreter der Behindertenverbände in Planungsfragen mit einzubeziehen.
 

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Ob in Senioren- oder Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern, Kindergärten oder öffentlichen Gebäuden – entsprechend den Umgebungsanforderungen verwirklicht GEZE barrierefreie Lösungen in Kombination mit individuellen Sicherheitssystemen. Dazu steht ein breites Produktprogramm zur Verfügung. Hierzu gehören z. B. Feststellanlagen für ein- und zweiflügelige Türen, automatische Türsysteme für den Gebäudeeingang, Drehflügelantriebe für schwere Feuer- und Rauchschutzabschlüsse oder dezente Automatiklösungen für den privaten Wohnbereich. Flucht- und Rettungswegsysteme von GEZE öffnen im Notfall Türen automatisch und ermöglichen allen Personen in einem Gebäude ein sicheres, barrierefreies Verlassen. Mit elektrischen Fensteröffnungssystemen können Fenster ohne Kraftaufwand geöffnet und geschlossen werden. Im Falle eines Brandes sorgen komplette Zu- und Abluftlösungen für einen sicheren und schnellen Rauchabzug.

 

GEZE unterstützt Architekten weltweit von Anfang an
GEZE bietet Architekten und Planern umfangreiche Unterstützung: Objektlösungen werden in einer ganzheitlichen Planung mit optimal aufeinander abgestimmten Produkten realisiert. Individuelle ästhetische Vorstellungen können normen- und richtlinienkonform verwirklicht werden. In jeder Bauphase steht ein umfangreiches Leistungsspektrum zur Verfügung – an welchem Ort der Welt sich ein Bauvorhaben auch befindet. Die Betreuung von GEZE beginnt bei der Entwurfsplanung und reicht über die Fertigstellung des Objektes hinaus. Ein effizienter AfterSales Service begleitet die Produkte über ihren ganzen Lebenszyklus im Gebäude. Die kontinuierliche Aktualisierung und Erweiterung der Kenntnisse von Architekten – auch über ihre Kernkompetenz hinaus – bietet GEZE mit gezielten Architekten-Seminaren.

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