Als NAX-Pate aktiv im Iran

Fragen an Prof. Rainer Schmidt (RS), Geschäftsführende Gesellschafter, Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten und Stadtplaner (RSLA), München/Berlin

Prof. Rainer Schmidt
RSLA

NAXNAX Netzwerk Architekturexport: RSLA realisiert als erfolgreich international tätiges Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung u.a. auch ein Projekt im Iran – wie konnten Sie dieses Projekt akquirieren?
 

RS: Während der EXPO REAL 2014 kam es zu einem Zusammentreffen mit einer Iranischen Delegation. Hieraus ist der Kontakt entstanden und – nach einem Besuch in Teheran – eine Beauftragung. Vor 8 Jahren wurden von uns bereits zwei städtebauliche Projekte im Iran realisiert.

 

NAX: Können Sie uns etwas über die Baurealität im Iran sagen? Wie unterscheiden sich die Zusammenarbeit von Architekt, Bauherr / Behörde im Iran, wie die Planungs- und Prozessabläufe?

RS: Vertrags- und Honorarverhandlungen haben, bis es zu einer Einigung kommt, einen „Bazar-Charakter“. Zu beachten ist, dass hohe Nebenkosten für Partnerbüros entstehen. Der Planungs- und Arbeitsprozess ist langwierig. Insbesondere werden umfangreiche Analyse- und Strategie-Erläuterungen erwartet.
Die persönliche Zusammenarbeit mit Partner-Büros, Bauherrn und Behörden ist nach einiger Zeit freundschaftlich, sehr angenehm und kooperativ.

NAX: Sie waren Teil der Delegation von Staatssekretär Adler, BMUB, im November in den Iran: nach der Erfahrung dieser Annäherung, kann der Iran ein Zukunftsmarkt für deutsche Planer sein? Wie wichtig war Ihnen selbst die Möglichkeit dieser Teilnahme, die Sie als NAX-Pate hatten?

RS: Im Iran besteht in der Infrastruktur und Versorgung erheblicher Modernisierungsbedarf. Bahnhöfe, Flughäfen, ÖPNV-Systeme und auch Krankenhäuser müssen erneuert werden. Der Wohnungsstandard ist zu verbessern, insbesondere im Hinblick auf Energetische Optimierung. Parks, Freianlagen, Sporteinrichtungen, Freizeitparks und auch die Gestaltung von Straßen und Plätzen sowie das Umfeld von Büros und Verwaltungsgebäuden benötigen eine Aufwertung des urbanen Freiraumes.
Wir sehen da einen guten möglichen Markt für deutsche Planer. Die Delegationsreise ermöglichte diesbezüglich Kontakte zu höchsten Regierungsstellen und schuf neue Anknüpfungsmöglichkeiten.
 

NAX: Vielen Dank, Prof. Schmidt. Dann freuen wir uns, mit Ihnen zusammen, auf weitere Annäherungsschritte und Projekte.

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